3. Dachsbusch bei Glees: Schlackenkegel, Rutschfalte, Steine anfassen und Minerale suchen


Wo: Auf der A 61, Ausfahrt Niederzissen, nach Wehr. Unter der Autobahn fährt man Richtung Glees, 200m hinter der Unterführung biegt man an einem Basaltwegekreuz nach links (norden) in einen unbefestigten Feldweg. Nach ca. 300 m Parkmöglichkeit an der Westseite des Berges.

Geokoordinaten: 7.23151/50.42953, 375 m ü. NN

Betreuer:    Prof. Dr. Nikolaus Froitzheim


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Abb.Anfahrt Google Maps



 

Beim Aufstieg vom Parkplatz zum Dachsbusch hat man von der Westseite des Berges einen schönen Ausblick auf den Wehrer Kessel, eine Caldera die in dem Zeitraum vor 200.000 bis 100.000 Jahren nach einer großen Eruption einbrach. Rechts davon sieht man den von einer Burg gekrönten Phonolithdom Olbrück.
 
Der Schlackenkegel Dachsbusch selbst ist durch Abbau ganz ausgehöhlt worden, man blickt rechts hinunter in die Grube. Der Abbau hat an der Westseite des Berges einen künstlichen Einschnitt hinterlassen, in welchem eine riesige Rutschfalte erschlossen ist, die nicht nur ein vulkanologisches, sondern auch ein klimageschichtliches Denkmal von überregionaler Bedeutung darstellt. Die Entstehung dieser Rutschfalte, die auf 30 in Länge sichtbar ist, muss man sich folgendermaßen vorstellen: Über den groben Schlacken und Bomben des Schlackenkegels liegen rötliche Basaltaschen, die ebenfalls dem Vulkan Dachsbusch entstammen.


Abb. 48.2: Detail aus der Rutschfalte vom Dachsbusch. Foto:KFS

Während einer der Kaltzeiten – wahrscheinlich war es die vorletzte Kaltzeit vor etwa 150000 Jahren – war der Boden für längere Zeit mehrere Zehner Meter tiefgefroren. Nur zeitweilig taute er in den oberen Metern auf und das wasserdurchtränkte Material rutschte langsam hangabwärts. Auftauen und Wiedergefrieren dürften sich oft abgewechselt haben, vielleicht im Jahreszeiten-Rhythmus, vielleicht kurzfristig unter Sonneneinstrahlung; die Stelle liegt ja am Westhang des Berges. Die Umbiegungszone-Zone der Falte (ihre Achsenfläche) zeichnet also die 0°-Isotherme nach, unterhalb derer ständig Frost herrschte. Später wurde der Hang von Löss überweht, der als dünnes gelbes Band im Anschnitt sichtbar ist. Auch danach kam es noch zu Hangfließen, große Basaltstücke vom Gipfel des Berges flossen in dem Lössbrei abwärts. Dann wurde Bims von Ausbruchspunkten wenige hundert Meter westlich von hier darüber geworfen, der zu geschichtetem Tuff verbacken ist und so dieses erdgeschichtliche Denkmal vor der Abtragung bewahrte. Dieser Bims gehört innerhalb der Abfolge aus dem Wehrer Vulkan zum Typ des "Gleeser Bims". Er enthält metergroße Blöcke, die beim Einschlag die darunter liegenden Schichten eingedrückt haben.

Der Dachsbusch steht heute unter Naturschutz.

Abb. 48.3 und 4: Die Rutschfalte vom Dachsbuch mit den Ablagerungen zweier unterschiedlicher vulkanischer Eruptionen, zwischen denen Löss in einer kalten Phase angeweht wurde. In der geologischen Interpretation durch W.Meyer und der jetzige Zustand im Foto (KFS)

 
Wenn man von hier nach Osten gegen den Rand des Laacher Beckens blickt. sieht man auf den Feldern auffällige Bodenwellen, die senkrecht zum Kraterrand verlaufen. Dies sind Erosionsrinnen, die kurz nach den Eruptionen des Laacher Vulkans im lockeren, noch nicht bewachsenen Bims ausgewaschen wurden.
 
Literatur: Meyer (1994, 2007)
Wanderkarte des Eifelvereins 1:25.000 - Nr. 27
Rund um den Laacher See
 

 

Dies war ein Auszug aus dem Buch :  "Georallye - Spurensuche zur Erdgeschichte"