1. Eppelsberg bei Nickenich: Innenansicht eines Vulkans

Geokoordinaten: 7°1913"E, 50°24´04"N,

Betreuer:    Prof. Dr. Ballhaus, Henrik Blanchard und Jacek Kossak


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Abb.1 Anfahrt, Google Maps



Christian Ballhaus

Im Eppelsberg öffnet sich durch intensiven Gesteinsabbau ein einzigartiges Fenster in die vulkanische Geschichte der Osteifel. Die angeschnittenen Gesteine im Eppelsberg-Vulkan bieten tiefe Einblicke in das Innere eines heute inaktiven Vulkangebäudes, wie er für die Osteifel vor ca. 230.000 Jahren sehr typisch war. An einer mehr als 50 Meter hohen Wand im Steinbruch sind für die Besucher gut erkennbar mehrere vulkanische Ausbruchsphasen zu identifizieren, die durch kürzere und längere Ruheperioden getrennt waren.

Das Zentrum des Vulkangebäudes bildet ein Schlackenkegel mit verbackenen, roten Lavafetzen und Bomben, die bei einer Temperatur von bis zu 1200°C aus einer gasreichen Basaltschmelze gefördert und beim Ausbruck durch Reaktion mit Sauerstoff der Luft oxidiert wurden. Diese Schlacken markieren die initiale Ausbruchsphase des Eppelsberg-Vulkans und lagerten sich vermutlich innerhalb weniger Tage in und um den Krater ab. Geländebefunde legen nahe, dass in einer Ruhephase im Zentrum des Vulkans auch ein kleiner, kurzlebiger Kratersee existierte. Nach einer Phase relativer Inaktivität erwachte der Vulkan wieder zum Leben und förderte in kurzen Abständen in mehreren Ausbrüchen Lapillituffe und Aschen. Diese Phase war von der Platznahme basaltischer Gänge in die noch unverfestigten Ablagerungen begleitet. Die damals geförderten Pyroklastite begruben eine lebhafte Baumvegetation mit Erlen, Birken und Buchen, also Bäumen, wie sie auch heute für die Vegetation der Region typisch sind. Trotz ihres hohen Alters sind die Baumstämme und Pflanzenreste in den Aschen noch erstaunlich gut erhalten.

Nach vielen Jahrhunderten der Ruhe folgte dann vor etwa 12.900 Jahren die Eruption des nahegelegenen Laacher-See-Vulkans. Dieser Ausbruch bedeckte die damals grasbedeckten, vegetationsarmen Hänge des Eppelsberg-Vulkans mit gewaltigen Mengen an Bimsstein. Als jüngste aufgeschlossene Gesteine finden wir Lössablagerungen aus der letzten Eiszeit.

Rroter Schlackenkegel im Zentraum des Vulkans
Die Abbildung zeigt den roten Schlackenkegel im Zentraum des Vulkans sowie einen sich nach oben verjüngenden basaltischen Gang, der in die Schlacken intrudierte. Darüber folgen in dunkelgrauen bis beigen Farbtönen die pyroklastischen Gesteinsabfolgen der Lapillituffe (dunkel) und Aschen (hell) jüngerer Ausbrüche. Zeitlich unterschiedliche Förderperioden in den Pyroklastika sind durch ausgeprägte Winkeldiskordanzen gut erkennbar.