10. Grube Wolf bei Weibern

Wo: Von Bonn kommend auf der A 61 Richtung Koblenz, Ausfahrt 33-Wehr: ca. 500 m Richtung Adenau/Kempenich fahren, rechts in die B 412 abbiegen, nach ca. 5 km Ausfahrt Richtung Weibern/Hausten, unter der B 412 durch, sofort wieder rechts in die Bahnhofstr (L114) Richtung Weibern abbiegen (Fahrzeit von Bonn ca. 40 Minuten).
Der Weg zum Lavasandgrube „Wolf“ befindet sich östlich außerhalb des Ortes weibern. Über die L114 bis in den Ort hineinfahren, in die Löhstraße einbiegen und auf dieser den Ort wieder verlassen. Die Straße durchquert ein Waldstück und führt dann in großem Bogen nach Süden zurück (Abb. 1). Auf Höhe des oben genannten Waldstücks liegt die Bimsgrube Wolf.

Geokoordinaten: 7°09´55"E, 50°24´14"N
Adresseingabe (Navi): Löhstraße, Weibern

Betreuer:    Dr. Michael Wuttke, GDKE-Erdgeschichte, Mainz

 


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Abb.1 Anfahrt, Google Maps


Entstanden aus vulkanischen, kraternahen Glutwolken: die bimsreichen Lapillischichten östlich des Riedberges (Gemarkung Weibern/ Rieden)

Michael Wuttke


Wie sind die Bimsablagerungen des Riedberges geologisch entstanden?

Die unverfestigten vulkanischen Ablagerungen der Bimsgrube Wolf gehören mit zu den explosiven Ablagerungen des Riedener Vulkankomplexes, dessen Vulkane vor 450,000 bis 350,000 ausbrachen (s. Ralley-Punkt 9. Tuffsteinbruch Weibern). Der Vulkankomplex, Teil des quartären Ost-Eifel-Vulkanfeldes, besteht aus einem ca. 1,5 x 2,5 km großen Kraterbereich mit mindestens 5 Eruptionszentren. Vulkanische (= pyroklastische) Fließ- und Fallablagerungen, sogenannte Tuffe, bilden einen Höhenrücken aus 8 unterscheidbaren Tuffdecken, der den Kessel nahezu vollständig umschließt. Hierzu gehört auch die Tuffdecke der Weiberner Steinbrüche. Zur geologischen Entstehung dieser Ablagerungen siehe Rallye-Punkt 9.

Vulkanausbruch
Abb: Vulkanausbruch

Zwischen diese Tuffdecken sind lokal Bims-Vorkommen zwischengelagert, deren Eruptionsschlote außerhalb und im Randbereich des Riedener Vulkankomplexes liegen. Bims ist zu Glas erstarrtes hochporöses Magma, das vor und während der Eruption eines Vulkans durch sich infolge von Druckentlastung ausdehnenden Gasen in Bruchstücke verschiedener Korngröße zerrissen wurde. Auch die hohe Porosität des Bims (Wärmedämmsteine!) ist auf winzige Gasbläschen im Gestein zurück zu führen (Modell Sprudelwasserflasche beim Öffnen).

Photo Grube Wolf
Abb. 2: Grube Wolf

In der Grube Wolf sind 12m dieser Ablagerungen aufgeschlossen (Abb.2). Das Profil zeigt eine allmähliche Korngrößenabnahme (Durchmesser von 6 auf 0,1 mm) und bessere Schichtung von den ältesten zu den jüngsten Ablagerungen. Dünen mit Wellenlängen von 6-8m und Wellenhöhen von 0,80m bilden den eindruck der liegenden Schichtenabfolge. Die in den Ablagerungen enthaltenen Bimse erreichen Korngrößen von 150mm , Fremdgesteine (Xenolithe) aus dem durchschlagenen geologische Untergrund bis 280mm.Ausweisloich der Sedimentgefüge sind vermutlich nahezu alle Schichten durch pyroklastische Bodenwolken (base surges) aus östlicher Richtung abgelagert wurden (zur Entstehng siehe 9. Tuffsteinbruch Weibern). Das Eruptionszentrum konnte nicht geortet werden, wird aber 250m östlich vermutet.

 

Literatur:
Viereck, L. (1984):Geologische und petrologische Entwicklung des pleistozänen Vulkankomplexes Rieden, Ost-Eifel / L. Viereck.. - 1-337 - (Bochumer geologische und geotechnische Arbeiten, Heft 17)