3.) Rhöndorf, am Fuß des Drachenfels

Anfahrt von Norden aus Richtung Bonn: Auf der B42 an Königswinter vorbei, Abfahrt „Bad Honnef Ortsteil Rhöndorf“ nehmen, an der Ampel links, und nach der Unterführung wieder links in die Straße „Am Domstein“ (nicht aus Versehen die Auffahrt auf die B42 nehmen, die gleich links daneben ist!). Wenige Meter weiter bei der Abzweigung die linke Straße nehmen und parken. Hierher auch in 10 Minuten von der Haltestelle Rhöndorf der Straßenbahnlinie 66. Nun entweder rechts am Weingut Pieper vorbei die steile Treppe hinauf und nach links zum Aufschluss, oder links am Weingut vorbei bequemer, aber weiter das Weinbergsträßchen entlang bis zu einer Kreuzung und dort rechts.

Geokoordinaten:  50°39’44.49‘‘ Nord, 7°12’26.91‘‘ Ost

Betreuer:  Robert Kurzawski, Carolina Rosca


Größere Karte anzeigen


Der Drachenfels ist ein Klassiker der Geologie im Rheinland und darf hier nicht fehlen (Abb.1). Am Aufschluss sehen Sie Trachyt, das Gestein, aus dem der Gipfelbereich des Berges besteht. Der Trachyt stieg vor 25 Millionen Jahren als Gesteinsschmelze in einem Vulkanschlot auf, erreichte aber nicht die Erdoberfläche, sondern blieb, nachdem er die Gesteine des Devon durchbrochen hatte, in der Decke aus Trachyttuff stecken, die damals das Siebengebirge bedeckte. Dort bildete sich eine Quellkuppe, das heißt eine Art unterirdischer, mit heißer Lava gefüllter Ballon (Abb. 2). Nachdem die Lava erstarrt und der Vulkanismus im Siebengebirge erloschen war, hatte die Erosion bis heute Zeit, den Trachyttuff abzutragen und auch große Teile der Quellkuppe.

abb1
Abb. 1: Der Drachenfels, vom Rodderberg aus gesehen. Foto: N. Froitzheim

abb2
Abb. 2: Geologische Skizze der gleichen Ansicht. „A“ markiert den Georallye-Stop. Aus Frahm et al. (2010).

Der Trachyt besteht aus einer feinkörnigen Grundmasse, in der einige Zentimeter große, plattenförmige Kristalle von Sanidin, einem Feldspatmineral, stecken (Abb. 3). Diese Kristalle wuchsen in einer tiefer unter dem Vulkan gelegenen Magmenkammer heran und wurden beim Aufstieg der Schmelze mit in die Quellkuppe hochgespült. Der Rest der Schmelze erstarrte nun schneller und kristallisierte deshalb feinkörniger aus. Der Name Trachyt kommt vom griechischen Wort trachys, das bedeutet rau. Trachyte brechen nämlich häufig an rauen Flächen auseinander. Erfahren Sie an diesem Stop mehr über den Drachenfels und sein berühmtes Gestein!

abb3
Abb. 3: Trachyt am Drachenfels. Die Sanidinkristalle erscheinen als kurze, graue Streifen. Foto: N. Froitzheim.

Literatur:
Frahm, J.-P., Froitzheim, N., Pretscher, P., Sievers, R. & Weddeling, K. (2010): Bonn und Umgebung. Führer zu naturkundlichen Exkursionen. Bouvier, Bonn, 168 pp.