7.) Devon bei Leutesdorf

Wo: Von der Hauptstrasse in Leutesdorf (B42) nach links (von Bonn aus kommend) in die Rätsgasse, diese aufwärts bis zu einer scharfen Linkskurve, dort Fußweg hoch auf den Schützenweg, diesem nach links folgen durch die Weinberge zum Aufschluss.

Geokoordinaten:  50°27'38,09''N, 7°22'31.55''O

Betreuer:  Frederik Kirst


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Oberhalb von Leutesdorf sind Gesteine der Hunsrückschiefer-Fazies des Unterdevon aufgeschlossen. Beim Hunsrückschiefer handelt es sich meist um feinkörnige, dunkle, deutlich geschieferte Gesteine, die links- und rechtsrheinisch südlich einer großen Störungszone, der Mayener bzw. Siegener Hauptüberschiebung auftreten. Teilweise treten auch Wechsellagerungen mit grobkörnigeren Sedimentgesteinen wie Silt- und Sandsteinen auf. Die Ablagerung der Sedimente erfolgte vor ca. 400 Ma in flachmarinem Milieu am äußeren Schelf des südlich des Old-Red-Kontinents gelegenen Ozeans. Als Fossilien treten im Hunsrückschiefer vor allem Echinodermen auf (z.B. Seelilien, See- und Schlangensterne).

Aussicht
Abb.1: Ausblick nach Südosten von den Weinbergen bei Leutesdorf.


Im Zuge der variskischen Gebirgsbildungsphase im Oberkarbon wurden die devonischen Gesteine verfaltet und verformt, wodurch es zur Bildung einer Schieferung kam. Diese ist in den feinkörnigen Sedimentgesteinen aufgrund des höheren Anteils an plattigen Tonmineralen stärker ausgebildet als in den grobkörnigeren Gesteinen. In Aufschlüssen mit Wechselfolgen ist daher häufig eine „Schieferungsbrechung“ zu beobachten, d.h. eine Änderung des Winkels zwischen Schichtung und Schieferung entlang von Schichtgrenzen.

Schieferbrechung
Abb.2: Schieferungsbrechung in Gesteinen der Hunsrückschiefer-Fazies.