9.) Devon an der Festung Ehrenbreitstein

Anfahrt von Norden:Auf der B42 bis zum Bahnhof Koblenz-Ehrenbreitstein, dort parken am Park-and-Ride-Parkplatz (rechts der Straße). Oder Anfahrt mit der Bahn (RE 8, Rhein-Erft-Express). An der Ampel die B42 überqueren und an der B42 entlang nach Norden zurück bis zur Auffahrt der Festung Ehrenbreitstein, diese hinauf bis zum Aufschluss. 10 min vom Parkplatz.

Hinweis: Bitte nicht Hämmern, bitte auch nicht versuchen, am Anfang der Auffahrt zu parken (gefährlich) oder die Auffahrt hinaufzufahren (gesperrt).

Geokoordinaten: 50°21’46,51‘‘N, 7°36’42,62‘‘O

Betreuer:  Prof. Dr. Niko Froitzheim, Katrin Wellnitz


Größere Karte anzeigen


Die Festung steht auf Sedimentgesteinen aus dem Devon (Laubach-Schichten der Oberems-Stufe). Es handelt sich um eine Wechselfolge von Tonschiefern und Feinsandsteinen, die zum Hunsrückschiefer im weiteren Sinne gezählt werden. Durch die Faltung bei der Variszischen Gebirgsbildung sind die Schichten nicht mehr waagerecht, wie sie einst abgelagert wurden, sondern fallen steil nach Nordwesten ein (Abb. 1), und zwar sind sie überkippt, d.h. die Schichten werden nach rechts unten (Südosten) jünger. Eine solche Situation ist für das Rheinische Schiefergebirge ansonsten untypisch. Sie tritt gerade hier im nördlichen Teil der Moselmulde auf, weil die Schichten bei der Faltung oder später nach Südosten zurückgedreht wurden (Abb. 2).

abb1
Abb. 1: Die Festung Ehrenbreitstein steht auf steilgestellten Sedimentschichten des Unterdevons. Foto: N. Froitzheim.

abb2
Abb. 2: Profil entlang dem Mittelrhein durch das Rheinische Schiefergebirge. „A“ markiert die Lage des Stops in Ehrenbreitstein. Man sieht, wie an dieser Stelle die Faltenstrukturen und die Schieferung (dünne Striche) nach rechts, d.h. Südosten, zurückgedreht wurden. Aus Stets & Schäfer (2008).

Bestimmte Lagen im Gesteins (Abb. 3) bestehen aus den Schalen von Muscheln und Brachiopoden (Armfüßern). Es handelt sich wahrscheinlich um Tempestite, das heisst Sturmlagen. Bei Sturmfluten wurden Muschel- und Brachiopodenschalen im Strand- und Flachwasserbereich aufgewirbelt und vom ablaufenden Wasser später ins Meer hinaus mitgenommen, wo sie sich dann am Meeresboden absetzten. Mittlerweile haben sich die Stürme gelegt – es sind ja seitdem schon etwa 400 Millionen Jahre vergangen. Gelegenheit, sich bei einem Blick über den Rhein zum Deutschen Eck (Abb. 4) ein paar Gedanken über den Lauf der Zeit zu machen…

abb3
Abb. 3: Eine Lage von Muschel- und Brachiopodenschalen in Ehrenbreitstein, die wahrscheinlich auf ein Strumereignis zurückgeht. Foto: N. Froitzheim.

abb4
Abb. 4: Nachmittagsimpression in Ehrenbreitstein: Kaiser-Wilhem-Statue und BUGA-Seilbahn.
Foto: N. Froitzheim.

Literatur:
Stets, J. & Schäfer, A. (2008): Geologie, Paläogeographie und Beckenanalyse im Rhenoherzynikum am Beispiel des Rheinprofils (Unterdevon, Rheinisches Schiefergebirge). Decheniana, 161, 93-110.