4. Felsklippe im Hügelmeer - die Teufelsley bei Hönnigen

Betreuer: Johannes Rink, Philipp Nell

Anfahrt von Norden aus Richtung Bonn: Die A 565 Richtung Koblenz fahren. Am Meckenheimer Kreuz rechts der Beschilderung nach Altenahr (B 257) folgen. Dieser Route über die Ortschaften Kalenborn, Altenahr, Ahrbrück und Hönningen bis kurz vor Dümpelfeld folgen. Bei der Straßenbeschilderung „Ommelbachtal" links abbiegen und dort der Georallyebeschilderung bis zum Ende des öffentlichen Fahrweges folgen. An dieser Stelle sind Parkmöglichkeiten ausgewiesen.

Der Standort ist vom Parkplatz fußläufig in maximal 10 Min. zu erreichen und durch wegweisende Schilder gekennzeichnet .

Hinweise:
Das Gebiet steht unter Naturschutz. Es gelten die allgemein bekannten Regeln für solche Schutzge-biete. An dem Fels ist aufgrund seines besonderen Schutzstatus das Hämmern untersagt.

Geokoordinaten: 50° 27′ 40.78″ N, 6° 57′ 58.28″ E , 478 m ü. NN


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Abb. 2: Der markante Quarzgang auf dem Gipfel der Teufelsley. Fotografiert am südlichen Ende der Struktur (Bild: Johannes Rink).

Erstmalig befindet sich die Teufelsley 2013 unter den Standorten der Georallye. Die Teufelsley (Abb. 2) ist ein 496 Meter hoher Berg südlich von Hönningen im Naturschutzgebiet "An der Teu-felsley" in den Ortslagen von Dümpelfeld, Liers und Hönningen. Den „Gipfel“ der Teufelsley bildet ein erzführender Quarzgang, der ca. 190 m lang, 15 m breit ist, nach NNW-SSE streicht und nahezu saiger steht. Auf Grund der Einzigartigkeit der Teufelsley in Europa, als massiv zusammenhängender Quarzitblock, wurde das Areal um die Teufelsley durch die Bezirksregierung Koblenz 1926 unter Naturschutz gestellt. Der Aufschluss bietet die Möglichkeit die Entstehung hydrothermaler Erzgänge des Ahrtals sowie den historischen Bergbau der Eifel und insbesondere der näheren Umgebung der Teufelsley zu erklären und darzustellen.
Der Gang ist variszischen Alters und entstand während der gleichnamigen Gebirgsbildung. Die variszische Orogenese vollzog sich von der Wende Unter/Oberkarbon (ca. 300 Ma) bis zum Ende des Perms (ca. 250 Ma). Dabei wurden maßgeblich devonische Sedimente, hier die stratigrafische Einheit des Siegens (Unterdevon), verfaltet. Es entstand ein NW-vergentes Faltengebirge mit NW-SE streichenden Faltenstrukturen. Ebenso entstanden durch die auftretenden Spannungen und anschließender Entlastung Querstörungen im devonischen Grundgebirge. In diesen Verwerfungen kristallisierte Quarz aus kieselsäurehaltigen hydrothermalen Lösungen aus. Durch erneute tektonische Bewegungen wurde die Gangart aus Quarz wiederholt zertrümmert, rekristallisiert und neu verfestigt. So entstand ein hartes Quarzgestein, das heute durch die Abtragung des umgebenden Gesteins als Härtling hervorsticht. Der Gang besteht hauptsächlich aus weißem, milchigem Quarz, der derb und amorph ausgebildet ist. In Drusen und rekristallisierten Bereichen tritt jedoch auch idiomorph und durchscheinend ausgebildeter Quarz auf (Abb. 3).


Abb. 3: Erkennbar ist der weiße Milchquarz sowie ein heller, durchscheinender Quarz (weißer Pfeil). Ebenfalls zu sehen ist ein dunkler Überzug und kleine Glaskopfstrukturen (blauer Pfeil) der Sekundärmineralisation aus Eisenoxiden (Bild: Johannes Rink)

Zudem ist der Quarzgang durch das Auftreten von eisenhaltigen Vererzungen gekennzeichnet. Diese bestehen aus Goethit (FeO(OH)) und der Variation Limonit (FeO(OH)•nH2O). Diese sind am gesamten Aufschluss in flächigen, dunklen Überzügen sowie Glaskopfstrukturen makroskopisch zu erkennen (Abb. 4/Abb. 5). Goethit und Limonit sind Sekundärminerale, die sich aus verwitterten primären eisenhaltigen Erzen, wie z.B. Siderit (FeCaCO3) oder Pyrit (FeS2), gebildet haben. Diese Vorkommen sind mit weiteren hydrothermalen Prozessen (variszisch/postvariszisch) zu begründen.


Abb. 4: Dunkler Glaskopf (Goethit/Limonit; weißer Pfeil) im milchigen Quarz. Man erkennt im direkten Kontakt der Glasköpfe eine kristalline Struktur aus postvariszisch gebildetem Quarz (blauer Pfeil), bzw. rekristallisiertem Quarz (Bild: Johannes Rink).


Abb. 5: Probe mit allen für den Quarzgang der Teufelsley typischen Strukturen. Besonders ist die drusige Ausbildung von dunkelgrauen Glasköpfen (blauer Kasten) sowie die idiomorph bis hypidiomorph kristallisierten farblosen Quarze (weißer Pfeil) (Bild: Johannes Rink).

Ebenso weißt die Teufelsley an ihrem südlichen Ende geringe Abbauspuren auf. Es ist nicht bekannt wann diese Arbeiten erfolgten, jedoch ist davon auszugehen, dass das Erzmittel unzureichend war. Hinzukommt die frühzeitige Vergabe des Schutzgebietes um die Teufelsley, die einen weiteren Abbau verhinderte. Als prägnantester Quarzgang des Ahrtals ist die Teufelsley das anschaulichste Beispiel für die sonst auftretenden erzführenden Gangmineralisationen der Region. Diese sind, neben Eisen, mit Blei, Zink, Kupfer und Mangan vererzt und boten überdies abbauwürdige Mengen Erz. Für bergbaulichen Pioniergeist während des 19. und 20. Jahrhunderts war besonders die Familie Hürth aus Antweiler die treibende Kraft im Ahrtal.
Wir freuen uns Ihnen am 23. Juni von 10-17 Uhr an unserem Standpunkt die Entstehung der hydro-thermalen erzführenden Gangmineralisationen sowie die Bergbauhistorie der Eifel, insbesondere des Ahrtals, näher zu bringen.

Literatur:

  • REPPKE, V. (1993): Variszische und postvaristische Buntmetallmineralisationen in der östlichen Eifel (Linksrheinisches Schiefergebirge) – Ein mineralogischer und bergbauhistorischer Überblick.- Dissertation Univ. Göttingen: 347 S., 73 Abb., 20 Tab., 1 Anl.; Göttingen
  • MEYER, W., (1994): Geologie der Eifel. ,618 S., 154 Abb., 2 Taf; Bonn., 3. Auflage, E. Schweitzer-bart`sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart.
  • v. KOENIGSWALD, W., & SIMON, K.-F., (2007): Georallye - Spuren zur Erdgeschichte, Bonn und Umge- bung, Eifel., Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn., 368 S.,BOUVIER-Verlag; Bonn.
  • KRAHN, L. (1988): Buntmetall-Vererzung und Blei-Isotopie im Linksrheinischen Schiefergebirge und in den angrenzenden Gebieten.- Diss. RWTH Aachen: 199S., 72 Abb., 24 Tab.; Aachen.
  • NELL, P., (2013): Geologische Kartierung nördlich von Adenau unter besonderer Berücksichtigung vorkommender Erze Und Gänge (westlich des Adenauer Bachs). Projektarbeit Steinmann- Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Uni- versität Bonn., 40 S., 27 Abb., 3 Tab., 4 Anl.; Bonn
  • RINK, J.C., (2013): Geologische Kartierung nördlich von Adenau unter besonderer Berücksichtigung vorkommender Erze Und Gänge (östlich des Adenauer Bachs). Projektarbeit Steinmann- Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie, Rheinische Friedrich-Wilhelms- Uni- versität Bonn., 41 S., 28 Abb., 3 Tab., 4 Anl.; Bonn
  • NELL, P., (2013): Geochemische Analyse erzführender Gangmineralisationen und Erfassung des histo- rischen Bergbaus nördlich von Adenau (westlich des Adenauer Bachs). Bachelorarbeit Stein mann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie, Rheinische Friedrich-Wilhelms- Universität Bonn., 68 S., 34 Abb., 6 Tab., 2 Anl.; Bonn
  • RINK, J.C., (2013): Geochemische Analyse erzführender Gangmineralisationen und Erfassung des historischen Bergbaus nördlich von Adenau (östlich des Adenauer Bachs). Bachelorarbeit Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie, Rheinische Friedrich-Wil helms- Universität Bonn., 64 S., 33 Abb., 6 Tab., 2 Anl.; Bonn