6.) Einer der schönsten in der Eifel - Abstecher zum Bausenberg

Betreuer: Carolina Rosca, Moritz Lissner

Anfahrt: Um den Bausenberg zu erreichen fahren Sie von Norden (Düsseldorf/Köln/Bonn) kommend auf die A 565 Richtung Koblenz. Am Autobahnkreuz 12-Kreuz Meckenheim links halten und den Schildern A61 in Richtung Koblenz Trier/Bad Neuenahr-Ahrweiler folgen. Folgen Sie dem Straßenverlauf für ca. 22 Km und dann nehmen Sie die Ausfahrt 32-Niederzissen um auf B412 (Brohl-Lützing/Burgbrohl/Bad Breisig) zu kommen. Nach ca. 350m biegen Sie links, und dann an der ersten Abzweigung rechts ab um auf die Waldorfer Straße zu wechseln. Wenn Sie sich weiterhin rechts halten, erreichen Sie nach wenigen 100m die Kraterstraße, in der Sie parken können.

Von Süden (Koblenz) folgen Sie der B9 bis zu der Ausfahrt A48 Richtung Trier Köln/Ludwigshafen und fahren dort ab. Am Autobahnkreuz 9-Kreuz Koblenz rechts halten und den Schildern A61 in Richtung Bonn/Köln für ca. 28 Km folgen. Um den Bausenberg zu erreichen nehmen Sie die Ausfahrt 32-Niederzissen Richtung Brohl-Lützing/Burgbrohl/Bad Breisig und biegen Sie links auf die B412 ab. Nach 120m folgt eine Abzweigung wo Sie rechts in die Waldorfer Straße fahren. In der nahliegenden Kraterstraße haben Sie die Möglichkeit ihr Auto zu parken und zu Fuß unsere Station zu finden. Entsprechend angebrachte Beschilderungen werden Sie auf den Richtigen Weg verweisen.

Alternativ erreichen Sie den Bausenberg sowohl aus südlicher als auch aus nördlicher Richtung sehr gut mit dem Fahrrad.

Geokoordinaten: 50° 28′ 3″ N, 7° 13′ 16″ O, max. Höhe: 340m 


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Die Geschichte des Bausenbergs


Abbildung 2: Luftbildaufnahme des Bausenbergs von Walter Müller aus Niederzissen. Bild gefunden auf www.koleopterologie.de/arbeitsgemeinschaft/exkursionen/2009

Der hufeisenförmige Vulkan bei Niederzissen entstand im Quartär und stellt somit einen der jüngsten Vulkane der Eifel dar. Sein Ausbruch vor ca. 140.000 bis 200.000 Jahren führte zur Bildung eines nahezu runden Ringwalls mit einer Unterbrechung im Nordosten, wo die Ausbreitung des einzigen Lavastroms erfolgte. Die explosiv-effusive (auswerfend-ausfließende) Aktivität des Vulkans dokumentiert die Entwicklung eines gesamten vulkanischen Zyklus und wird als Paradebeispiel bei Vulkaneifel Studien gesehen. Im Süd-Osten, an einem freigelegten Hang des Bausenberges befinden sich zwei Aufschlüsse (Abb. 2) an denen man unterschiedliche Auswurfmaterialien sehr gut beobachten und analysieren kann. Die unterschiedlichen Schichten des vulkanischen Materials lässt eine einfache Stratifizierung der einzelnen Eruptionsphasen zu. Die Gesamtdauer dieser vulkanischen Aktivität wird auf wenige Wochen geschätzt.

Die Initialphase der Gesamteruption zeigt eine rhythmische explosive Aktivität. Die Basis (unterster Teil) wird durch eine mindestens 2 Meter mächtige regelmäßige Asche Schichtung gebildet. Diese Bank ist jedoch von Auswurfansammlungen zugedeckt und teils nur noch als 80 cm mächtige Schicht zu sehen. Die darauf folgenden Lapilli Ablagerungen zeigen eine unregelmäßige Schichtung und Färbung. Das rötlichere (oxidiertere), feinkörnige Material wechselt sich in heterogenen Lagen mit den gröberen, dunkleren Schichten. Schwankungen in der Eruptionsintensität und eine zunehmende Explosivität liegen dieser Schichtenfolge zugrunde. Mit zunehmender Eruptionsstärke wird mehr Grobmaterial gefördert.


Abbildung 3: Rhythmische Schichtung von Asche und Lapilli der Initialphase. Quelle: Tagesexkursion Brohltal/Laacher See d. Univ. Bonn (2004)

Diese Schichten beinhalten eingeschlossenes devonisches Grundgebirge als Fremdgestein (Xenolithe).
Die zunehmende Entgasung der Magmenkammer führte zu der Hauptphase der Vulkan Aktivität. Diese zeichnete sich durch eine strombolianische Eruption aus und führte zur Bildung mehrerer Lavafontainen. Der Auswurf dieser Phase wurde symmetrisch in alle Richtungen der Nähe des Schlots abgelagert und besteht aus Meter mächtigen Wurfschlacken, Bomben und Lavafäden. Diese Materialien bilden den Schlackenkegel des Vulkans (Abb. 4). Die Hauptphase endete mit einem Lavastrom welcher die Nord-Ost Wand des Kraters durchdrang und das heutige Gönnersdorf erreichte (ca. 3,5 Km weiter östlich). Der Lavastrom (Abb. 5) zeigt Meter mächtige Abschnitte und liegt auf der Mittelterasse
.


Abbildung 4: Der Schlackenkegel des Bausenbergs. Auswurfmaterial aus der Hauptphase der Vulkanaktivität. Quelle: www.geomontanus.com

Chemisch zeigt die Bausenberg Lava eine SiO2 (Siliciumoxid) untersättigte (52–42 Gewichtsprozent) Zusammensetzung und stellt somit eine enge Beziehung zu den anderen Tertiär-Quartären Vulkanen der Eifel dar. Unter den Einsprenglingen heben sich die Minerale Titanaugit (Klinopyroxen), Olivin, Biotit und Foidite (Nephelin und Leucit) stark hervor. Diese Minerale führen zur petrologischen Kategorisierung des Gesteins als Nephelin-Leucit-Basanit.


Abbildung 5: Mächtiger Lavafluss mit Bomben. Der untere Teil zeigt die Ablagerungen der Initialphase (Asche/Lapilli). Quelle: Tagesexkursion Brohltal/Laacher See d. Univ. Bonn (2004)

Im Gelände werden wir den Eruptionszyklus des Bausenberg-Vulkans genauer unter die Lupe nehmen und folgende Fragen diskutieren:

  • Welche Rolle spielen die Fluide (z.B CO2, H2O) und die Temperatur/Druck Bedingungen bei der Entstehung magmatischer Produkte (Asche/Lapilli/Lava)?
  • Warum beobachten wir die Fraktionierung (Auskristallisierung) bestimmter Minerale und was sind die Voraussetzungen für deren Bildung?
  • Wie steht Bausenberg in Relation zu den anderen Vulkanen der Eifel?

Literatur:
Henning, I. (1965): Das Laacher-See-Gebiet, eine Studie zur Klimatologie und Hydrologie, Arbeiten zur rheinischen Landeskunde, Heft 22, Bonn

Hoffmann, H.-J. Thiele, H.-U. (Hrsg.) (1982) Neue Untersuchungen zur Tierwelt des Bausenbergs in der Eifel Decheniana-Beihefte (Bonn) 27, 279 Seiten

Meyer, W. (1986): Geologie der Eifel, Stuttgart.

Müller, W., Schröder, H. (2003) Der Bausenberg - Vulkan und Heimat seltener Pflanzen und Tiere, Görres-Verlag, Koblenz, bebildert, 276 Seiten.

Schmincke, H.-U.(1988) Vulkane im Laacher-See-Gebiet, ihre Entstehung und heutige Bedeutung, Haltern.

Thiele, H.-U., Becker, J. (Hrsg.) (1975) Der Bausenberg - Naturgeschichte eines Eifel¬vulkans Mit be¬son¬derer Berück¬sichtigung der Tierwelt auf den Trocken¬rasen Beiträge zur Landespflege Rheinland-Pfalz Beiheft 4, 394 Seiten