Bausteine der Klosterruine Heisterbach

Adresse: Klosterruine Heisterbach, Heisterbacher Str., 53639 Königswinter

Betreuer: Prof. Dr. Martin Sander

Geokoordinaten: 7.214351 50.69523


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(Text: Martin Sander)

Die Ruine des Klosters Heisterbach am Nordwest-Rand des Siebengebirges legt Zeugnis ab von der Schönheit einer der bedeutendsten Zisterzienserklöster im Rheinland. Was den Betrachter traurig stimmen mag, die Zerstörung der Klosterkirche durch Abbruch im frühen 19. Jahrhundert, macht sie für die den geowissenschaftlich interessierten Besucher interessanter.


Bild 1: Ruine der Klosterkirche des Zisterzienser-Klosters Heisterbach aus der Luft. Nur der Chor ist erhalten. Bild: Wikimedia Commons, Wolkenkratzer.

Die Ruine besteht im Wesentlichen aus Teilen des Chores, der durch Abbruch und spätere Erhaltungsmaßnahmen seine Bauweise und die dazu verwendeten Steine in seltener Deutlichkeit offenbart. Hier kann man nicht nur die unterschiedlichen Verwendungsarten der Natursteine, bedingt durch ihre speziellen Eigenschaften, erkennen, sondern auch ihre Herkunftsorte in der näheren und weiteren Umgebung des Klosters. So bietet sich dieser Stop als Einstieg oder Ausklang der Georallye an.


Bild 2. Mauerwerk der Chorruine bestehend aus Latit für die Steinmetzarbeiten (links), Latit- und Basalt-Feldsteine im Sockel und vulkanischer Tuff im trockenen Teil der Wand. Photo: Martin Sander.

Die Chorruine des Klosters wird von zwei Gesteinen dominiert, dem Latit vom Stenzelberg und einem vulkanischen Tuff. Der Latit wurde für alle Bildhauer- und Steinmetzarbeiten und das Sichtmauerwerk verwendet. Der Tuff, der kleine weisse Bimsstücke enthält und sehr leicht, aber stabil ist, wurde vor allem im oberen Teil der Ruine und in den Gewölben verbaut. Außerdem finden sich einzelne Basaltbrocken in den Bruchsteinwänden, möglicherweise von der Rabenley. Die Fundamente im Bereich des ursprünglichen Kirchenportals bestehen aus Dazit. Der Trachyt vom Drachenfels wurde anscheinend kaum verwendet, die Ausnahme ist diei Grabplatte des Grafen von Drachenfels, deren Reste im Lapidarium neben der Zehntscheuer zu sehen sind.


Bild 3. Nordecke der Chorruine bestehend aus Latit für die Steinmetzarbeiten (unten) und vulkanischem Tuff für das obere Stockwerk, das verputzt war. Photo: Martin Sander.