6. Ein alter Vulkan Michelsberg

Wo: Von Schuld oder Bad Münstereifel über die L 185 bis zur "Wasserscheide". Dort Abzweigung in Richtung Rheinbach. Nach ca. 1km Schild nach rechts "Michaelsberg" bis zum Parkplatz. Von dort Fußweg bis zur Kirche etwa 500m.

Geokoordinaten: 6.82427/50.51272; 588 m ü. NN

Betreuer:  Ulrike Anders und Julia Fahlke

 Wanderkarte
  Wanderkarte des Eifelvereins 1:25.000 - Nr. 7 Bad Münstereifel


Das mit etwa 350 Ausbruchspunkten besetzte, in Nord-Süd-Richtung gestreckte tertiärzeitliche Vulkanfeld der Hocheifel hat mit dem Michelsberg bei Mahlberg einen markanten, aus weiten Teilen der Eifel und aus dem Siebengebirge sichtbaren nördlichen Eckpfeiler. Auf dieser Vorpostenlinie liegen weiter westlich das kleine Basaltvorkommen am Witscheider Hof bei Bouderath und etwas weiter nördlich, aber weiter nach Osten die Tomburg bei Rheinbach (Kap. 31).

Blick vom Parkplatz
Blick von Norden vom Parkplatz „Bleiels Nück“ auf den Michelsberg. Foto: MBu

Die 588 m hohe Hauptkuppe mit der dem Erzengel Michael geweihten Kapelle sowie eine 170 m südwestlich davon liegende kleinere Nebenkuppe bestehen aus Basalt. Unterhalb des Gipfels der Hauptkuppe sind in einem kleinen alten Steinbruch noch einige Basaltsäulen zu sehen. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Kapelle ist auf den Fels gebaut; am Turm sieht man außen noch den Basaltsockel, allerdings weiß angestrichen. An der Südseite der Nebenkuppe findet sich auch ein alter Steinbruch. Der Basalt enthält häufig zentimetergroße Einschlüsse, die fast ganz aus dem Mineral Olivin bestehen. Die Tatsache, dass die relativ kleinen Basaltvorkommen so weit sichtbare Kuppen bilden, geht darauf zurück, dass sie dem 530 m hohen Rücken aufgesetzt sind, welcher die Wasserscheide zwischen Ahr- und Erftgebiet bildet. Der widerstandsfähige Basalt hat die Unterdevongesteine seiner Umgebung auch vor der Abtragung geschützt, deshalb ziehen im Sockel des Michelsberges die Unterdevon-Schiefer noch ein Stück den Berghang hinauf. Beide Kuppen sind mit Buchenwald bestanden.

Die exponierte Lage, die durch die Kirchturmspitze noch besonders markiert wird, hat dazu geführt, dass im Jahre 1801 der französische Oberst Tranchot, als er auf Anordnung von Napoleon mit einer topographischen Vermessung des Rheinlandes begann, die Kirchturmspitze als Eckpunkt eines Dreiecks wählte, dessen andere Eckpunkte die Ruine Löwenburg im Siebengebirge und eine Häusergruppe Birkhof in der Ville östlich von Bliesheim waren. Später wurde die Turmspitze auch Hauptdreieckspunkt für das südlich anschließende Dreieck Michelsberg – Hohe Acht – Löwenburg der Königlich Preußischen Landesaufnahme. Um den Michaelistag Ende September können uns auf den Wegen und Straßen der Umgebung Prozessionen begegnen, die von weit her zum Kirchlein auf dem Michelsberg wallfahrten.

 

Dies war ein Auszug aus dem Buch :  "Georallye - Spurensuche zur Erdgeschichte"