8. Am Gestade des Muschelkalkmeers - Steinbruch bei Bürvenich

Wo: Von Euskirchen nach Schwerfen fahren, dort innerorts nach Floisdorf bzw. Berg links auf die Kreisstraße K16 abbiegen, direkt am nordöstlichen Ortseingang von Berg rechts auf einen landwirtschaftlichen Weg abbiegen (Richtung NW), durch das Tälchen (Mausbach) den Hang hinauf bis zu einer Wegkreuzung fahren. Dort Parken. Von dort zu Fuß den Feldweg hangaufwärts durch eine Verbuschung direkt zum Steinbruch.

Geokoordinaten: N50° 38' 26.52" E6° 35' 41.964"

Betreuer:  Dr. Georg Heumann


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Die Eifel ist berühmt für ihre vielfältige, fossile Lebenswelt aus dem Devon, dokumentiert in unzähligen, prachtvollen Versteinerungen. Nach dem Devon wird es in der Eifel zunächst einmal ziemlich ruhig, zumindest was das weitere Ablagerungsgeschehen angeht. Das Rheinische Schiefergebirge ist ein Hochgebiet und unterliegt daher der Verwitterung und der Erosion.

Kelche und Stielglieder er Seelilie Encrinus liliiformis

Abb. : Kelche und Stielglieder der Seelilie Encrinus liliiformis

Mit Beginn der Trias vor etwa 250 Millionen Jahren lagerten große Flusssysteme auf dem Weg zum Meer reichlich Sand und Geröll ab – heute mächtige, rote Gesteinsabfolgen des Buntsandstein bei Nideggen oder im Tal der Rur. Ab dem Muschelkalk überflutet das Meer wieder Teile der Eifel. Ein Meeresarm verband quer durch die Eifel das süddeutsche Meeresbecken mit einem Meeresbecken in der nördlichen Hälfte Europas. Diese Becken stand im regen Austausch mit dem Urmittelmeer (Thethys) weiter im Süden. Das spiegelt sich auch in den Fossilien des Muschelkalkes in der Eifel wieder. Nur im sogenannten Mechernicher Triasdreieck (Kreuzau-Kall-Kommern) am Ostrand der Eifel sind in unserem Gebiet diese Gesteine aufgeschlossen.

Dickrippensaurier aus dem Muschelkalk von Winterswijk

Abb: Dickrippensaurier aus dem Muschelkalk von Winterswijk

Im Raum Bürvenich haben sich einige Bäche auf ihrem Weg in die Niederrheinische Bucht in die Gesteine der Trias eingeschnitten. Diese natürlichen Aufschlüsse waren für unsere Vorfahren begehrte Vorkommen für Baustoffe, insbesondere die gut gebankten, gelblichen Kalksteine des Muschelkalkes. Beim Abbau dieser Gesteine in zahlreichen, kleinen Steinbrüchen fielen den Arbeitern in so genannten 'faulen' (= ungeeigneten) Schichten zahlreiche Fossilien auf. Es handelt sich dabei sowohl um Bewohner flachmariner Küstenregionen (Muscheln, Brachiopoden, Seelilien) als auch um Vertreter der tieferen Meeresbecken (Ammoniten). Eine ganz besondere Rolle spielen die fossilen Reste von Wirbeltieren: Nothosaurier und Haie, Fische und Amphibien. In der Eifel findet man von diesen Tieren in der Regel nur einzelne Knochen. In Winterswijk nahe der deutsch/niederländischen Grenze konnten Bonner Wissenschaftler in den letzten Jahren zahlreiche exzellente Funde machen. Diese Funde zeigen uns, wie es an den Gestaden und im Meer des Muschelkalkes bei uns ausgesehen hat.