4. Kiesbank vertikal - die Kluckensteine bei Vicht

Wo: Entweder vom Ortszentrum zu Fuß in die Fischbachstraße, erste Straße rechts abbiegen (Kluckensteinstraße) bis zum Ende, dort Fußweg nach rechts hoch zu Häusern, nach den Häusern rechts Fußweg in den Wald (15 min.).
Oder: Über die L238 zum Südende des Orts, beim Vichter Landhaus nach links abbiegen (Straße Jägersfarth) dann links der Straße „Am Burgberg“ folgen. Von deren Ende nach links auf den Fußweg durch den Wald zum Aufschluss. Es werden Wegmarken aufgestellt.

Geokoordinaten: N50° 44' 13.56" E6° 16' 11.316"

Betreuer:  Marco Wolf, Robert Heuckeroth


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Der Aufschluss der Kluckensteine besteht aus dem Vichter Konglomerat. Es handelt sich um eine Wechselfolge aus Silt- und Sandstein mit Einschaltungen von Konglomeraten und geringen Anteilen von Tonen. Der Aufschluss selbst bildet große klippenartige Felsformationen von wenigen Metern Breite und 100m Länge. Einzelne Pfeiler sind bis zu 5m hoch. Die Schichtung im Aufschluss steht senkrecht. Dies ist auf die Faltung des Variszischen Gebirges zurückzuführen. Die Mächtigkeit der gesamten Schichtfolge des Vichter Konglomerats beträgt südlich von Vicht etwa 80 m, bei einem maximalen Gerölldurchmesser von ca. 50 cm. Die Wechselfolgen sind im Gelände gut als unterschiedlich mächtige Bänke zu erkennen, da die feinkörnigeren Partien weiter erodiert wurden. Aufgrund des hohen Quarzgehaltes sind die Konglomeratbänke erosionsbeständiger und wurden dadurch herauspräpariert.

Profil des Vichter Konglomerats

Die Abfolge wird als eine Schüttung von fluvialen Sedimenten interpretiert.
Die paläogeographische Lage ist eine küstennahe Position am Rande ausgedehnter Schelfgebiete im Süden des Old-Red-Kontinents (Laurussia) am nordwestlichen Rand des Rhenohercynischen Beckens. Von Nordwesten nach Südosten nehmen die marinen Einflüsse und die Mächtigkeit der Sedimente zu.
Die Lage lässt im Mitteldevon (Eifel-Stufe vor ca 395 Millionen Jahren) zwei Liefergebiete zu. Einerseits liegt das Gebiet südöstlich des Brabanter Hochs, welches als kontinentaler Bereich ein Gebiet mit erhöhter Erosion war, zum anderen lag weiter im Norden innerhalb des Old-Red-Kontinents das Kaledonische Gebirge. Die Schüttungsrichtung und die Paläogeographie lassen eher auf nordwestliche Herkunftsgebiete, also auf das Brabanter Massiv schließen.
Die Schüttungsrichtung ist nach Südosten. Südwestlich des Aufschlusses, Richtung Eupen wechselt die Schüttungsrichtung mehrmals zwischen Nordosten und Süden. Gleichzeitig nimmt die durchschnittliche Mächtigkeit auf ca. 20 m ab, der maximale Korndurchmesser in den Konglomeraten aber auf über 100 cm zu.

Früher wurden die Gesteine in lokalen Raum aufgrund ihres hohen Anteils an SiO2 als Abdeckung in Hochöfen bei der Eisenverhüttung verwendet.

 

 
 

 

ACHTUNG: Auf Kleinkinder besonders achten, da unter Umständen Absturzgefahr herrscht.